Vita
Regina Lange
Geboren 1957 in Brandenburg an der Havel, Studium der Bildhauerei in Dresden, seit 1988 freiberufliche Bildhauerin in Jena. Aufgeschrieben von Arno Lange.
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1957
Regina wurde am 8. September 1957 in Brandenburg/Havel geboren. Sie lebte bei ihren Eltern, die 1971 nach Falkensee zogen. Kurze Zeit danach erfuhr sie von einem Keramik-Zirkel, der im Kulturhaus Ludwigsfelde stattfand. Dieser Zirkel wurde von dem Berliner Bildhauer Werner Rosenthal geleitet. Eine Stunde mit Bus und S-Bahn nahm sie jede Woche auf sich für die vielen Anregungen, die sie in diesem Zirkel bekam.
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1976
Nach dem Abitur 1976 begann sie ihr Pädagogik-Studium an der PH Erfurt. Ihre Fachrichtung war Kunst/Deutsch. Bei einem Ernte-Einsatz für Studenten der PH Erfurt haben wir uns kennengelernt und sind seitdem zusammengeblieben. Am 30. Juli 1977 haben wir in Falkensee geheiratet.
Nach dem Studium blieb Regina an der PH Erfurt und arbeitete nun als Assistentin für Kunsterziehung (1980 – 1983).
„Ich glaube, das war wirklich Liebe auf den ersten Blick.“
Arno Lange
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1983
Dem Ruf der Kunst wollte sie aber weiter folgen und bewarb sich deshalb in dieser Zeit um einen Studienplatz für Bildhauerei an der HfBK in Dresden. Die Bewerbung wurde angenommen und so konnte sie 1983 ein Bildhauerstudium in Dresden bei Prof. Jäger aufnehmen. »Der Denker« war der Titel ihrer Diplomarbeit.
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1988
Seit 1988 arbeitete sie nun als freiberufliche Bildhauerin in Jena. Ihr Keramik-Lehrer aus Dresden, Detlef Reinemer, half bei der Suche nach Wohnung und Atelier in Jena.
Ihr erster Auftrag in Jena lautete »Bespielbare Plastik für ein Kinderferienlager«. Nach der Wende wurde das Ferienlager aufgelöst und die Plastiken kamen dann in das Gelände einer Schule in Jena-Winzerla.
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1989
Auch die Künstler-Werkstatt in Gernewitz gab es nicht mehr lange. Während Regina 1989 dort noch die Schafe modellieren konnte, mussten wir uns bald auf die Suche machen nach einer geeigneten Alternative, die wir dann in Laasan fanden.
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1992
Das Meisterschüler-Studium (1992 – 1995) bei Prof. H. Heinze brachte ihr wiederholt die Möglichkeit zu Bronze-Praktika in der Nähe von Warnemünde. Hier entstanden die »Kleine Möwe«, »Im Dorfe« und auch »Das Pferd Sally«.
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1994
Das Grundstück in Laasan mit einem alten Traktoren-Schuppen wurde von Regina zunächst als provisorische Werkstatt genutzt. 1994 wagten wir uns an einen Hausbau mit Werkstatt. Damit hatte Regina nun endlich bessere Arbeitsmöglichkeiten für ihre freiberufliche Tätigkeit, insbesondere zur Arbeit an weiteren Modellen für den Bronzeguss.
Aber auch an Steinen arbeitete Regina weiter. Für die Landes-Gartenschau in Pößneck entstand die Stele »Die Schönheit«.
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Laasan
Das Dörfchen Laasan (ca. 50 Einwohner) hatte, nicht weit von Reginas neuer Werkstatt, einen Reiterhof. Und da boten sich natürlich diese Pferde als Modelle an. So entstanden immer wieder Zeichnungen von Pferden, die dann letztendlich zu einer ganzen Reihe von kleinen Pferde-Bronzen führten.
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1999
Im Steinbruch Reinhardtsdorf hatte sie schon öfter gemeinsam mit Berliner Bildhauern gearbeitet. Im Rahmen eines Symposiums des Neuen Sächsischen Kunstvereins entstand hier auch »Das kleine Welttheater« (1999).
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2007
Die Erinnerungen an die ehemaligen Tore der Jenaer Stadtbefestigung, die Anfang des 19. Jahrhunderts der sich immer weiter ausbreitenden Stadt weichen mussten, entstanden in den Jahren 2007 und 2011.
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2014
Regina beteiligte sich an dem internationalen Symposium, in dessen Rahmen zwölf Skulpturen für den Auenweg Obermain entstanden. Gearbeitet wurde im Sommer 2014 in Hallstadt. Ihr Auftrag lautete, eine Skulptur unter dem Titel »Der Main« zu erstellen. Seither grüßt die liegende Figur alle, die auf dem Radweg hier dicht am Main vorbeikommen.
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2017
Kinder, die hier im Dorf aufwuchsen, zeichnete Regina ebenfalls gerne. Angeregt dadurch nahm sie Kontakt mit Kindergärten auf und ersuchte um das Einverständnis, die Kinder auch dort beim Spielen zu zeichnen. Seit dem Frühjahr 2017 tat sie das recht ausgiebig. Nach diesen Zeichnungen entstanden danach Wachsmodelle, die aber erst nach ihrem Tod in Bronze gegossen werden konnten.
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Guss
Nicht immer war Regina mit den Gießerei-Ergebnissen zufrieden. Oft musste noch nachgearbeitet werden: geschweißt, geflext und auch patiniert. So entstand der Wunsch, ihre kleineren Arbeiten selbst zu gießen. Das war ein recht umfangreiches Unterfangen, aber mit einem lohnenden Ziel. Sie vertiefte sich in die entsprechende Lektüre und nähte Schutzanzüge für uns beide. Dann waren wir gemeinsam unterwegs und besorgten den Bronzeschmelzofen, mehrere Graphit-Tiegel, die Tiegel-Zangen und weiteres Zubehör. Nach drei Probe-Güssen gab es dann den ersten »richtigen« und erfolgreichen Bronzeguss. Der zweite Guss fand am 8. September 2017 statt. Das war genau an ihrem 60. Geburtstag.
Doch bald darauf wurden die weiteren Pläne durchkreuzt durch die Diagnose der Ärzte: Bösartiger Tumor.
Nachwort
„Dieses Heft soll eine Erinnerung an Regina sein. Ihre Liebe habe ich immer wieder gespürt. Menschlichkeit, Liebe und Mitgefühl für jede Kreatur sehe ich auch in all ihren Arbeiten.“
Arno Lange
»Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr, der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten. Er braucht Menschen mit Zivilcourage, bereit, sich dafür einzusetzen, die Welt lebenswert und menschlich zu gestalten. Diese Qualitäten haben wenig mit der Art Erfolg zu tun, die in unseren Kulturen verbreitet ist.«
Dalai Lama
Arbeiten und Ausstellungen
Arbeiten im öffentlichen Raum (Auswahl)
- 1989„Metamorphose“, Sandstein, Plzen
- 1992„Kleine Hockende“, Sandstein, Kastellaun (Hunsrück)
- 1994„Spurensuche“, Sandstein, Saalfeld, Skulpturen am Saaleufer
- 1999„Möwen“, Bronze, Warnemünde, Am Alten Strom
- 1999„Kleines Welttheater“, Sandstein, Ostritz, am Heizkraftwerk
- 2002Steinstele, Sandstein, Dresden-Moritzburg
- 2007Stadttore, Bronze, Jena-Altstadt
- 2007„Obdachlos“, Bronze, Eisenach, Wartburghof
- 2008Begehbares Kaleidoskop, Objekt, Jena Tourist-Information
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)
- 1994/95Kunsthalle / Stadtgalerie Rostock, Bronzesymposien
- 1995/98Stadtmuseum Pirna, „Sandstein und Musik“ / „Eine Brücke zu Canaletto“
- 1999Staudengarten Dresden; 4. Bildhauersymposium des Neuen Sächsischen Kunstvereins e. V.
- 2002Kunsthalle „Haus zum Roten Ochsen“ Erfurt, Landeskunstausstellung Thüringen „Kunststoff“; Neue Sächsische Galerie Chemnitz, Plastikwettbewerb „Ruth-Leibnitz-Preis“; Galerie Fuhrmann, Rostock; Pro Figura II
- 2004Martinskloster Erfurt; Galerie Cathrin Lorenz
- 2007Stadtmuseum Schwarzenberg; Pro Figura; Insel-Galerie Berlin-Mitte, „Regelmäßig anders“; Thüringer Museum Eisenach, Elisabethprojekt: 7 Künstler x 7 Themen